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Beitrag: Zukunft ETUO
Herby schrieb am 22.08.2009 um 11:24 Uhr — marcus.herbote@awd.de
Moin, leider mehren sich die Gerüchte, das das AAC bis spätestens 2012 abzieht. Habe das aus mehreren Quellen des HQ der 1.Division Herford gehört, dem das 1.Regt. untersteht. Die Mansergh Barracks sollen geschlossen werden und die dortigen Einheiten noch in die Princess Royal verlegt werden. Angeblich würde dann doch die Startbahn verschwinden und mit weiteren Unterkünften bebaut. Leider keine gute Nachrichten... Sad Spotting!
Andechs schrieb am 26.08.2009 um 20:31 Uhr
hmm...aber dennoch handelt es sich um gerüchte...irgendwann werden die briten sicherlich zurück auf die insel ziehen (falls dass nicht evtl schon längst überfällig ist...), aber so lange die noch mit zwanzigtausend leutchen hier rumturnen, sennelager ausbauen etc denke ich könnte es sein dass auch noch schrapper im lande bleiben...und abgesehen davon wäre es sicherlich kostentechnischer schwachsinn die eine kaserne aufzugeben und in zehn kilometern entfernung neue gebäude zu errichten (...und das ganze noch quasi zeitlich befristet...)...wir werden es sehen bzw. hören!
Rolf schrieb am 15.09.2009 um 18:32 Uhr — rolf@abwesend.de
Solange der Bund die "Besatzungskosten" übernimmt, glaube ich nicht, dass die Briten es mit einem Abzug sehr eilig haben. Schließlich müssten sie auf der Insel für alle Kosten selbst aufkommen. Wer es noch nicht wissen sollte, Artikel 120 des Grundgesetzes gilt noch immer (!):
Der Bund trägt die Aufwendungen für Besatzungskosten und die sonstigen inneren und äußeren Kriegsfolgelasten nach näherer Bestimmung von Bundesgesetzen.
Andechs schrieb am 15.09.2009 um 20:48 Uhr
...da sieht man(n) wieder dass wichtige infos im staats- und verfassungsrecht nicht vermittelt werden....art 120 wurde mir nicht gelehrt...und ich habe mir diese bestimmung auch noch nicht selbst beigebracht...aber interessant zu wissen (thema: steuerverschwendung). kennst du zufällig auch die einschlägigen gesetze, welche die kostenfrage klären? denn an eine verfassungsänderung geht die legislative ja bekanntlich nicht so gerne ran (es könnte somit sein, dass die gesetze gar nicht mehr existieren und art. 120 somit quasi eine "lehre hülle" ist...wenn ich richtig informiert bin müssten die tommys dann vor dem BVG klagen...wäre auch witzig).
Rolf schrieb am 16.09.2009 um 00:28 Uhr
Ich weiß nur, dass die Aufwendungen für die Streitkräfte der "Siegermächte" bzw. die "Besatzungskosten", wie es im Grundgesetz immer noch heißt, im Milliardenbereich liegen, die allerdings im Haushalt gut versteckt sind. Bei "Wikipedia" findet man weitere interessante Infos und Summen, die zu denken geben (45 Mrd. DM bis 1950).
http://de.wikipedia.org/wiki/Besatzungskosten
Die Bundesgesetze sagen - vereinfacht - aus, dass der Bund die (nicht mobile) "Hardware" der "Besatzungsmächte" bezahlen muss, also etwa Gebäude etc. Was da etwa in Sennelager gebaut wird, bezahlen also wir!
Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich habe das hier nur erwähnt, um klar zu stellen, warum die Streitkräfte der Briten (und Amerikaner) noch so gerne und zahlreich in Deutschland vertreten sind (im Gegensatz zu den Franzosen, die fast komplett abgezogen sind als "Geste der Freundschaft", wie es Mitterand seinerzeit gegenüber Kohl verdeutlicht hat). Ich will das überhaupt nicht politisch werten, zumal ich ein großer Fan der RAF bzw. RAFG bin, aber Art. 120 GG hat nun mal zur Folge, dass Briten und Amerikaner, im Gegensatz zu den anderen Bündnispartnern (etwa Belgier, Kanadier), die ihre Kosten selbst tragen mussten und daher nach 1990 schnell weg waren, kaum Anstalten machen, Deutschland zu verlassen. Bei dieser freundlichen Subventionierung werden uns die britischen Streitkräfte wohl noch länger erhalten bleiben. Auch wenn ich die Finanzierung durch den deutschen Steuerzahler nicht mehr ganz zeitgemäß finde, freue ich mich über die Präsenz der Briten bei uns!
Dieter schrieb am 18.09.2009 um 10:26 Uhr — esser.dieter@gmx.de
Laut folgendem Dossier, Seite 3, Abschnitt 11, http://www.defence-estates.mod.uk/publications/dedp/20090703-DEDP_09_USofS_Sub_Final-U.pdf koennten die Briten bis 2035 abgezogen sein. Andere Abschnitte sind ganz interessant in Bezug auf die heutigen RAF Stations un deren Zukunft: Seite 9, Abschnitt 18-a.-(4) z.B. zur "altbekannten" 230 Sqn ...
Herby schrieb am 18.09.2009 um 20:57 Uhr — marcus.herbote@awd.de
Vielen Dank für die interessanten Infos, Dieter!
Herby schrieb am 08.10.2009 um 09:58 Uhr — marcus.herbote@awd.de
Moin, hier ein frischer Artikel aus dem Westfalenblatt! http://www.westfalen-blatt.de/nachrichten/regional/guetersloh.php?id=31751&artikel=1 Happy Spotting!
Tobias Bonnekoh schrieb am 08.10.2009 um 11:00 Uhr
Also von Abzug aus Gütersloh, kann wohl keine Rede sein! Siehe Artikel von der Neuen Westfälischen: http://www.nw-news.de/lokale_news/guetersloh/guetersloh/3177000_Britische_Streitkraefte_verlegen_Hauptquartier_nach_Ostwestfalen.html Aber warten wir mal ab und wenn nicht soll mal ruhig die Bundeswehr mit ein paar Eurofightern kommen! Haben wir dann aber viel zu tun mit Fotos machen LOL
Toby
Herby schrieb am 08.10.2009 um 12:32 Uhr — marcus.herbote@awd.de
Moin, von Abzug der nichtfliegenden Army-Einheiten spricht sicher keiner. Aber da der Army leider die Landebahn und der Flugplatz total egal ist, wird wohl ernsthaft erwogen, diese zu überbauen und das Areal durch zusätzliche neue Einheiten zu nutzen. Als langjähriger Spotter kann ich das aber in keinster Weise gutheißen! Dann lieber den Bereich des Flughafens an die Flughafen GmbH zurückgeben, diese könnte dann von der Platte der 3Sqn operieren! Ein langer Zaun ist schon da, den könnte man auch um die ganze Bahn ziehen. Es kann einfach nicht sein, dass die Army in lediglich 20 bis 25 Jahren Anwesenheit die Zukunft des Platzes gefährdet. Denn es wird sicher auch wieder wirtschaftlich bessere Zeiten geben. Und wenn wieder Geld in den Kassen der Firmen übrig ist, werden diese vielleicht auch wieder eine Mitnutzung erwägen. Warum sollte etwas, das in Rotenburg/Wümme, Memmingen, Bitburg, Zweibrücken, Laarbruch, Hahn, Söllingen, Lahr, Mirow, Falkenberg, Finow, Parchim, etc. geklappt hat, nicht auch hier funktionieren! Und das obwohl Paderborn, Münster und Windelsbleiche in der Nähe sind! Das musste mal so deutlich gesagt werden!
Dieter schrieb am 23.11.2009 um 19:14 Uhr — esser.dieter@gmx.de
Janes' Defence Weekly berichtet mal wieder über die Pläne des MOD zu den UK Helos, die unter dem Label 'Vision 2020' demnächst verabschiedet werden sollen: Zur Ausrüstung unter anderem die Abgabe der RAF Merlin HC.3/3A an die RN (als Seaking HC.4 Ersatz, die Ausflottung soll 2012 starten) und die Beschaffung weiterer Chinook für die RAF auf eine Flottenstärke bis zu insgesamt 70 Maschinen. Zur Stationierung, Zitat: "Under 'Vision 2020' the basing of all UK helicopters would be rationalised to reduce logistic support costs, with single types of helicopters concentrated at single main operating bases (MOBs). This would see all the Army Air Corps (AAC) and Royal Navy AgustaWestland Wildcat light utility and maritime attack helicopters concentrated at RNAS Yeovilton when the helicopter enters service from 2014. This would result in the closure of AAC bases at Dishforth in Yorkshire and Gutersloh in Germany. RAF Odiham would remain the Chinook MOB, although some helicopters might have to be based at nearby RAF Benson after the Merlins move to Culdrose. RAF Benson is likely to be the Westland Puma HC.1/2 MOB until the type goes out of service in 2022", Zitat Ende.
limatango schrieb am 23.11.2009 um 20:42 Uhr
Abzug aus Deutschland
Tories wollen Armee aus Deutschland abziehen
dpa Tories wollen Armee aus Deutschland abziehenEtwa 25.000 britische Soldaten sind in Deutschland stationiert. Die konservative Partei will sie allesamt abziehen, sollte sie im Mai die Parlamentswahl gewinnen. Der Abzug birgt allerdings innen- und außenpolitisches Konfliktpotenzial. Auch viele deutsche Gemeinden wären nicht begeistert.
Die britische konservative Partei plant im Falle eines Wahlsieges im kommenden Frühjahr, die in Deutschland stationierten „British Forces Germany“ (BFG) abzuziehen. Das gab der Schattenverteidigungsminister der Tories, Dr. Liam Fox, in einem Gespräch mit dem „Daily Telegraph“ bekannt. Betroffen wären etwa 25.000 Soldaten der Armee und der Airforce sowie 20.000 Familienangehörige.
Der Abzug soll Teil eines größeren Revirements der britischen Außen- und Verteidigungspolitik werden, womit Einsparungen und klarere strategische Vorgaben erreicht werden sollen.
Doch beschleunigt der Vorstoß der Tories nur lang gehegte Pläne in Westminster, die einen Truppenabzug bis zum Jahr 2035 anpeilen. Da aber die BFG, bis zum Fall der Mauer „Britische Rheinarmee“ genannt (British Army of the Rhine /BAOR), zum generellen Aufgabendispositiv der Nato in Zentraleuropa gehört, kann London sie nicht unilateral in die Heimat zurückführen oder für andere Aufgaben abstellen. Ohnehin müssten in England erst noch Unterkünfte gebaut werden, um eine so große Anzahl von Truppen neu zu stationieren.
Grundgedanke bei den Überlegungen der Tories ist neben der Kostenfrage die Überlastung des britischen Militärs mit zu vielen Aufgaben. Das in Deutschland stationierte Kontingent umfasst etwa ein Fünftel der gesamten britischen Militärstärke, ein beträchtlicher Posten bei einem Land, das neben seinen europäischen Pflichten weltweit militärisch engagiert ist und allein in Afghanistan neben den USA mit mehr als 9000 Soldaten die zweitgrößte Einsatzmacht aufbringt.
Fox will denn auch die aus Deutschland abzuziehenden Truppen verstärkt für Kampfeinsätze wie in Afghanistan bereitgestellt sehen. Indirekt kritisierte er die Brown-Regierung dafür, nicht klar gemacht zu haben, wie teuer eine Niederlage in Afghanistan zu stehen käme, würde Großbritannien dann doch „zur dritten Liga der Weltpolitik“ absteigen: „Die Freunde erhielten das Signal, unser Land zöge sich zurück, wenn es heiß wird, und unsere Feinde könnten sich Hoffnung machen, uns allemal zu überdauern.“ Damit ließ der Politiker das Unbehagen seiner Partei durchblicken, welche die britische Militärrolle mehr im Kontext von Kampfmissionen sieht denn als „Platzhalterin“ in Deutschland, wo die Abschreckungsrolle aus dem Kalten Krieg ausgedient hat.
Dennoch wollen die Konservativen, die man fast als die sicheren Gewinner der kommenden Unterhauswahl im Mai 2010 sieht, den Überlegungen nicht vorgreifen, was aus den Nato-Aufgaben in Deutschland werden soll, wenn die BFG abgezogen würde. Fox deutete an, die bisher von den Briten erfüllten Aufgaben könnten von neuen Nato-Mitgliedern in Ost- und Mitteleuropa übernommen werden, „besonders Polen“, im Zuge einer gerechteren Lastenverteilung im Bündnis.
Ein militärischer Abzug der Briten aus Deutschland kann freilich unter den ökonomisch mit den Stationierungsorten verflochtenen deutschen Gemeinden nur Alarm auslösen. Die britischen Truppen und ihre Angehörigen steuern der deutschen Wirtschaft jährlich rund 1,5 Milliarden Euro bei; viele infrastrukturelle Arbeitsplätze gingen bei dem Abzug verloren.
Betroffen wären vor allem Orte wie Mönchengladbach, Rheindalen, Munster, Gütersloh, Paderborn, Bielefeld, Sennelager, Herford, Bergen-Hohne, Celle, und Fallingbostel. In Mönchengladbach befindet sich auch das Hauptquartier des Schnellen Eingreifkorps der Nato. Eine Ausdünnung der britischen Truppen in Deutschland ist schon seit einiger Zeit im Gange. So wurde als erste Garnison Osnabrück in diesem Jahr geschlossen.
Bernhard Meyer schrieb am 06.09.2011, 21:22
Hallo, ich habe gehört, dass die Lynxe demnächst nach Kinloss verlegt werden könnten. Ist da etwas dran?
torstenn schrieb am 07.09.2011, 12:30
Hm, in der aktuellen iPad Version der AirForces Monthly habe ich gelesen, dass ab 2014/ 2015 eventuell AAC Staffeln nach Kinloss verlegt werden sollen. Um welche Einheiten es sich handeln könnte, steht nicht dabei.
torstenn schrieb am 07.09.2011, 12:30
Hm, in der aktuellen iPad Version der AirForces Monthly habe ich gelesen, dass ab 2014/ 2015 eventuell Army Einheiten nach Kinloss verlegt werden sollen. Um welche Einheiten es sich handeln könnte, steht nicht dabei. Zu dem Zeitpunkt sollte der Status als Flugfeld aber bereits aufgehoben sein.
Dieter Esser schrieb am 08.09.2011, 20:27
Hallo, ich kann Torstens Angaben in sofern bestätigen, dass RAF Kinloss, gemäß Meldungen in der lokalen (schottischen) Presse vom Sommer 2011, ab 2014/15 Heimat bisheriger BFG-Einheiten werden soll. Die Zeitungsbeiträge wurden aber inzwischen offensichtlich wieder vom Netz genommen. Daneben soll auch RAF Leuchars Heimat heutiger BFG-Einheiten werden (die zukünftig vermutlich weitgehend eisfreie geostrategisch wichtiger werdende Arktis lässt grüßen) und RAF Cottesmore, zur Zeit m.W. nur ein Annex von RAF Wittering (soll RAF Station bleiben), sollnach 2013 ebenfalls eine größere Garrison der British Army werden. Gruß Dieter